Konzept

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Raumfinder sind aktuell Doris Weinberger, Fee Kyriakopoulos und Birte Endrejat.
Wir verstehen Raumfinder als eine Plattform, die je nach Projekt um weitere Kompetenzen ergänzt werden kann. Gerne arbeiten wir in größeren Gruppen, wenn es sich anbietet auch in Zweier-Konstellationen oder Einzeln an Projekten.

Im Idealfall setzt unser partizipatorischer Ansatz in der Phase 0 des Vorhabens ein. In dieser Phase erörtern und skizzieren wir auf Basis von Gesprächen mit den Nutzer*innen der betreffenden Institution, den Bauherr*innen, Architekt*innen (und sonstigen Stakeholder*innen) Möglichkeiten des künstlerischen Eingriffs.

Über einen vereinbarten Zeitraum hinweg sind wir vor Ort und analysieren die Ist-Situation, setzen und empfangen Impulse in Beteiligungsverfahren, Workshops und Material, um damit in direkter Kommunikation mit den Nutzer*innen des Gebäudes die gewünschte Atmosphäre sowie zielorientierte Ansätze für die Kunst am Bau zu ermitteln. Diese Erkenntnisse werden dann in Absprache mit den Architekt*innen in den Umbau einbezogen.
Grundlage unserer Arbeitsweise bildet unsere jeweilige künstlerische Ausbildung, unsere Erfahrung mit der Realisation umfangreicher künstlerischer Konzepte, die Koordination von Gruppenprojekten mit entsprechenden Kommunikationsstrukturen und die Erfahrung im Anleiten von Schüler*innen, Jugendlichen und Student*innen in vergleichbaren Arbeitssituationen. Unser Ansatz im eigenen künstlerischen Tun bildet die grundsätzliche Kompetenz für das Herangehen. Er setzt voraus, komplexe Strukturen – auch Unternehmens- oder Institutionsstrukturen – zu erfassen und zu analysieren. Daraus resultieren Inhalte, Formen und Methoden, die prozesshaft innerhalb der vorgegebenen Strukturen (der Institution) wirken. Wir nehmen diese als Basis, arbeiten mit ihnen – und entwickeln darauf eine wirksame künstlerische Umsetzung.

In allen Projektphasen (Vorbereitung, Ausführungsplanung und Umsetzung) bilden wir die Schnittstelle aller Beteiligten (Nutzer*innen, Leitungsebene, Bauherr*innen, Architekten, Behörden, etc.). Die Kommunikation zwischen den einzelnen Beteiligten macht deshalb einen wesentlichen Bestandteil unserer Arbeit innerhalb des Projektes aus.

...über unsere Arbeit als RAUMFINDER
„Die Arbeit als Künstlerin bedeutet für mich ein Querdenken, ein Von-überall-her-Denken-können in Kombination mit dem Setzen von Impulsen: das Initialisieren, das Er-Schaffen eines Prozesses. Die Richtung der Fragen oder Hypothesen – der Ideen – bestimmt dann das aktive Schaffen im und das Umgehen mit dem Prozess. (…) Der Anreiz, in einem Modellprojekt mitzuwirken, das die Partizipation als Kunst am Bau versucht, also das Setzen von Impulsen, Initiieren und Gestalten von Prozessen in einem System, das man sich gemeinsam schafft, liegt klar auf der Hand:
In der partizipativen Arbeitsweise wird aus dem Ich ein Wir. Nicht der Architekt, der Künstler, die Schulleitung, die Schüler, etc. – nein, alle bestimmen und erschaffen Raum, Inhalt und Bedeutung. Eigene Vorstellungen und Ideen werden entwickelt und geäußert und setzen einen gemeinsamen Prozess in Gang. Unterschiedliche Kompetenzen ergänzen sich, strukturieren den Prozess und überführen die gewonnenen Erkenntnisse in ein von allen getragenes Produkt.“ Doris Weinberger, Künstlerin, Bremen
„In meiner künstlerischen Arbeit setzte ich mich mit sozialen Strukturen auseinander, die ich auf den gebauten Raum in dem sie stattfinden zurückführe. Hier interessiert mich, wie das Agieren einzelner Personen (Passanten) durch den konstruierten Ort beeinflusst und ermöglicht wird. Seit einigen Jahren forsche ich an der Frage, wie sich die Gedanken der Personen (Entwicklern), die Räume mit ihren eigenen Regeln und Funktionen ins Leben rufen in den Handlungen der Nutzer dieser Räume widerspiegeln. Meine These ist die, dass Handlungen von Passanten im öffentlichen und halböffentlichen Raum Nachahmungen von voraus gegangenen Vorstellungen der Entwickler sind. Passanten werden in meiner Annahme zu Performern der Ideen der Entwickler.
(…) Zunächst gehe ich davon aus, dass in partizipativen Projekten die Hierarchien aufgebrochen (idealerweise sogar aufgehoben) werden. Wenn sich alle dafür entscheiden, etwas gemeinsam zu erfinden, entwickeln und realisieren, kann sich meine künstlerische Forschungsthese verändern. Dann wären es nicht die Gedanken Einzelner, die Orte für eine große Menge an Passanten schaffen, sondern die Passanten schaffen sich gemeinsam mit Fachleuten ihre Orte selbst. Ihre eigenen Vorstellungen fließen in die Gestaltung ein und lassen genau ihre selbst gewünschten Handlungen zu. Wenn ich das innerhalb meiner Theorie zu Ende denke und in der Idee des ‚Performen‛ bleibe, würden sie in diesem Ablauf ihre eigenen Vorstellungen von Raum und damit ihre eigenen Gedanken aufführen.“ Birte Endrejat, Künstlerin, Berlin

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